Die innovativen Modetrends in den 60er Jahren entstanden aus einer flächendeckenden jugendlichen Rebellion gegen die engen gesellschaftlichen Konventionen der 50er Jahre. Wirtschaftswunder, Twist- und Beat-Ära, Vietnamkrieg und technischer Fortschritt, wie die erste Mondlandung, kennzeichneten die kreative Umbruchsstimmung der Epoche. Dazu schufen bildende Künstler erstmals Designvorlagen für den Massengebrauch, während die sexuelle Aufklärungswelle ein neues Körperbewusstsein der Frauen propagierte, das sich auch auf die Modetrends in den 60er Jahren auswirken sollte. Bald erkannten viele Designer, welche Konsumlust unter den jungen Leuten mit schmalem Portemonnaie herrschte, und begannen, günstige Massenware für die trendbewusste Generation zu produzieren. Die Modetrends in den 60er Jahren entstanden nicht mehr nur in den Studios der Couturiers, sondern fanden ein neues Zentrum in den kleinen Läden der Londoner Chelsea Road oder der Carnaby Street.

Zu den wichtigsten Modetrends in den 60er Jahre gehörte der Minirock von Erfinderin Mary Quant, der im Jahr 1962 auf dem Cover der Vogue für Furore sorgte. Er setzte sich nach anfänglichen Aufschreien in konservativen Kreisen schnell an jungen bis alten Frauenbeinen durch und zog noch weitere Veränderungen nach sich. Damit der Mini, der im Sommer zu Pumps und im Winter zu Strumpfhose und Stiefeln getragen wurde, zur Geltung kam, mussten auch Mäntel und Jacken entsprechend kürzer werden. Passend zur Mondlandung kamen als weiterer Modetrend in den 60er Jahren futuristische Materialien auf, vor allem Lackstiefel und -mäntel à la Emma Peel und Einsätze aus transparenten oder silbernen PVC-Folien blieben nicht nur den Leinwandheldinnen vorbehalten. Aus der Pop-Art wurden dazu die knalligen Farben und aus der Op-Art die grafischen Muster mit psychedelischer Sogwirkung adaptiert, auch plakative Schwarz-Weiß-Drucke prägten die Modetrends in den 60er Jahren. In der Herrenmode setzte sich ebenfalls eine neue Lässigkeit durch, endlich etablierten sich die Jeans, die zuvor mit jugendlichem Rowdytum verbunden wurden, kombiniert mit legeren Polohemden und T-Shirts auch in der Alltagskleidung Erwachsener. Die Hippie-Bewegung rief wieder neue Modetrends in den 60er Jahren auf den Plan, auch Blumenmuster und wallende Gewänder und Tuniken nach indischen Vorbildern hielten gegen Ende des Jahrzehnts von Amerika aus Einzug in die europäische Mode und sorgten für eine ungeahnte Vielfalt.

Die Jugendkultur hatte unter Einfluss musikalischer und gesellschaftlicher Strömungen erstmals unterschiedliche Gruppen herausgebildet, so dass Modetrends in den 60er Jahren für die Träger immer auch ihre Zugehörigkeit widerspiegelten: ob Pilzköpfe, Rocker, Hippies oder Mods, jede Bewegung prägte ihren individuellen Modestil.